Die Geschichte:
Eine Hommage an das ANAS-Haus
Wo heute das Haus Km. 488 steht, befand sich ursprünglich ein charakteristisches Straßenwärterhaus des nationalen Straßendienstes ANAS.
Die Geschichte dieser Gebäude reicht bis in das Jahr 1830 zurück, als die Figur des „Cantoniere“ einführt wurde.
Dieser Straßenwärter war für die Instandhaltung eines festen Straßenabschnitts verantwortlich und musste direkt vor Ort wohnen.
Nachdem das Land Südtirol 1998 die Zuständigkeit für die Staatsstraßen übernommen hatte, ging das Gebäude zunächst 2017 in das Eigentum des Landes und schließlich in den Besitz der Gemeinde über, die sich für einen zukunftsweisenden Neubau entschied.
Die Architektur: Skulpturale Präsenz im Dorfzentrum
Der Entwurf bricht bewusst mit der typischen Wohnbebauung der Umgebung und behauptet sich durch eine polygonale anmutende Turmform.
Ein besonderer optischer Kniff sind die scheinbar unregelmäßig gesetzten Fensteröffnungen: Sie lassen die klassischen Geschossgrenzen nach außen hin verschwimmen und verleihen dem Gebäude eine monumentale Plastizität.
Die monolithische Hülle wurde in pompejanisch rotem Sichtbeton gegossen – eine bewusste Erinnerung an die farbliche Identität des ehemaligen ANAS-Hauses.
Das Konzept: Ein „Vertikaler Boulevard“ der Begegnung
Das architektonische Konzept des Hauses Km. 488 nutzt den minimierten Fußabdruck des Grundstücks optimal durch eine vertikale Stapelung der verschiedenen Funktionsbereiche, welche im Inneren durch eine spiralförmige Treppenanlage verbunden sind.
Den Auftakt bildet im Erdgeschoss ein offenes und einladendes Foyer, das den Gästen als flexibler Aufenthaltsbereich zur Verfügung steht.
Im ersten Obergeschoss befindet sich das Herzstück des Gebäudes: Ein großzügiger Kochbereich, der fließend in eine Bibliothek übergeht. Dieser Bereich ist als gemütliches Wohn- und Lesezimmer konzipiert und schafft eine vertraute Atmosphäre für die gesamte Dorfgemeinschaft.
Einen bewussten Kontrast dazu bildet das zweite Obergeschoss mit seinem edel holzvertäfelten Multimediaraum. Dieser Raum ist mit modernster Präsentationstechnik ausgestattet und bietet eine konzentrierte Umgebung für Kurse, Workshops, Vorträge oder Ausstellungen.
Den krönenden Abschluss des Ensembles bildet die Dachterrasse. Sie erweitert den begrenzten Außenraum in die Höhe und eröffnet den Besuchern einen spektakulären Ausblick auf Franzensfeste.
Nachhaltigkeit im Fokus: Ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen
Neben seiner sozialen Funktion überzeugt das Gebäude durch ein konsequent nachhaltiges Konzept. Der kompakte Baukörper minimiert den Energieverlust, während eine hoch gedämmte Hülle und effiziente Lüftungsanlagen wertvolle Ressourcen schonen.
Durch die Wahl umweltfreundlicher Baustoffe mit hoher Recyclingfähigkeit wird ein minimaler ökologischer Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus des Hauses garantiert.